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31.08.2007


Nach einem halben Jahr der Vorbereitung endlich der Tag des Aufbruchs.
Ich fliege vom Flughafen Köln-Bonn was heißt ich muss 2,5 Stunden vor dem Abflug da sein.Wegen eines kleinen Morgenstaus werden daraus1,5 Stunden.Der Transatlantikflug an sich ist nicht schlimm, abgesehen von der Tatsache, dass ich den ganzen Flug über Kopfschmerzen habe und es an der Fensterseite an der ich sitze verdammt kalt ist. Dafür sitze ich neben einem sehr netten und ,nennen wir es, sehr leger gekleideten Paar.                           
In Newark International Airport muss ich dann zum Immigration Office um offiziell ins Land einreisen zu können und die „Grace-Period“(die 30 Tage die man ohne Visum in der USA bleiben darf) zu beantragen. Leider weiß ich immer noch nicht ob mir letzteres gestattet wurde da der zuständige Immigration Officer mich auf die Nachfrage hin einfach weiter schickt. Auf jeden Fall bin ich schon einmal im Land . Nach dem ich mein Gepäck aus- und wieder eingecheckt habe, drei Cerry-Cokes und 2 Stunden Wartezeit später, geht mein Anschlussflug nach Albany, der Hauptstadt von New York State.
Auf dem Flug sitze ich auf dem vorderst möglichen Platz: Reihe 1 Platz A .In Albany werde ich von meiner Gastschwester Nina und meinem Gastvater Vlatko abgeholt, während meine Gastmutter Dragana zu der Zeit noch geschäftlich in Novisat/Serbien ist. Auf der viertel-stündigen Fahrt kommen wir am Fluß Mohak vorbei, der durch die Gegend von Albany, Niscaynua und Schenetedy(wird so oder so ähnlich geschrieben) fließt.
Das Haus(es wurde von meiner Gastmutter komplett innen und außen designt) ist sehr beindruckend, von dem Garten ganz zu schweigen.Außerdem haben sie einen Hund namens Zigi (irgendeine afrikanische Jagdrasse). Zur Begrüßung giebt es ein Barbecue mit einer Freundin meiner Gastschwester: Molly.Danach werde ich noch ihren Eltern Betsy und Andrew und ihrem Bruder Peter vorgestellt. Letzterer ist in meinem Alter. Gegen 22.30 Ortszeit und 04.30  MEZ  geht es schließlich ins Bett.

4.9.07 19:39, kommentieren



01.09.2007

In einem anderen Land ist es nie besser oder schlechter sondern höchstens anders.   
Bis 10.00 schlafen ist etwas sehr schönes. Als ich aufwache ist Vlatko schon weg um Nina zu einer Freundin zu bringen. Sobald er dann zurück kommt gehen wir mit der Mutter von Dragana, die noch für 3-4 Wochen da bleiben wird, einkaufen. Schon jetzt merke ich ,dass es in Amerika nicht nicht das Wichtigste ist etwas zum essen zu haben , hauptsache du hast ein gutes und großes Auto. Im Supermarkt gibt es alles in 10- und 20-facher Ausführung und mindestens 5-mal so groß wie in Deutschland, nur die Butter ist halb so groß. Alles was man kauft kriegt man in unzählige Plastikbeutel eingepackt - richtig schlimm. Danach fahren wir 3 Stunden lang nach Boston um Dragana vom Flughafen abzuholen. Dort gehen wir noch zum Abendessen zum Taiwanesen  und danach zur berühmten Universität Harward .Selbst wenn ich nie dort studieren werde ,kann ich meinen Kindern mal erzählen, dass ich einmal über den Harward-Campus gelaufen bin. Nach der Rückfahrt schreibe ich das hier ,weswegen wir jetzt auch 02.05 also 08.05 MEZ  haben und ihr ,falls wir nicht unglücklicherweise Wochenende hätten, brav in der Schule oder Arbeit sitzen würdet.

4.9.07 19:47, kommentieren

02.09.2007

Normalerweise kommt man bei einem Austausch auf eine niedere Gesellschaftsstufe..
Heute bin ich um 7 aufgewacht ,das ist persönlicher Rekord ,auch wenn ich danach bis 9.30 geschlafen habe. Aufjeden Fall fahren wir heute zum „Lake George“ ,einem 30 Meilen langen, 4 Meilen breiten und 180 Fuß tiefen (18,5km/2,4km/60m) Gletschersee, um dort Freunde zu treffen .Als wir nach 45 Minuten ankommen erwarten uns Nancy,Dave,ihr Sohn Jeffrey(der 8 Jahre alt ist und mit dem man sich ,so komisch es klingt ,sehr gut unterhalten kann-ein richtig aufgewecktes Kerlchen) und diverse Cousinen und Cousins schon,um kurz darauf mit uns in einem 7 Meter-Sportedelluxusmotorboot zu einer der zahlreichen kleinen Inseln zu fahren. Sowol Wasser als auch Wetter sind herrlich, und so lässt das Baden nicht lange auf sich warten. Die Gegend sieht so aus wie Kanada, wie man es von  Bildern kennt: wunderschön, wild und frei. Es gibt auch einige Privatinseln und ich glaube ,falls ich irgendwann einmal zuviel Geld haben sollte , wäre das eine gute Investition. Nach einigen Stunden geht es wieder zurück ,diesmal liege ich auf dem Vorderdeck ,was dank der hochspritzenden Wellen sehr erfrischend ist. Heute bin ich verhältnissmäßig früh im Bett, irgendetwas um 10.30 (4.30 MEZ) herum.

5.9.07 01:35, kommentieren

04.09.2007

Auch die Schulen sind größer als in Deutschland
Heute besuche ich meine neue Schule zum ersten mal: 2000 Schüler, zig Schränke voller Trophäen und Band als Unterrichtsfach .Ich weiß nicht welcher Teufel mich dazu getrieben hat, aber ich habe Französisch wieder gewählt. Dazu Deutsch/ Mathe/ Physik HonorClass/ Band/ Boy’s Sport (Fußball, American Football, Basketball, Baseball)/ Englisch (Creative Writing)/ American History. Die Schule fängt um 7.40 an(dann wenn ihr fertig seid). Ich bin hier in der 12. Klasse, also „Senior“. Es gibt zwei verschiedene Stundenpläne für jeweils einen Tag: A-Day und C-Day sind gleich, B-Day und D-Day ebenso.An einem A- und C-Day  habe ich Sport/ Band/ Physik/ Deutsch/ Englisch und bin um 14.45 fertig . Am B-und C-Day habe ich Französisch/ Mathe/ Physik  und bin um 12.00 fertig. A-,B-,C- und D-Days wechseln sich immer ab d.h. morgen ist A-Day ,Montag ist D-Day ,  der darauffolgende Montag  A-Day usw .
Am Nachmittag werde ich für Geländelauf und , wenn ich Glück habe, Rudern trainieren.
Nachdem wir in der Schule waren bringt mich Dragana zu Betzy und Peter, und wir fahren zu einem Musikladen um für Molly eine Bassgitarre zu kaufen. Der Laden ist riesig! Dort gibt es wirklich alles für Keyboarder, Bassisten, Gitarristen, Sänger und DJs. Nach  der erfolgreichen Suche nach einem Bass läd mich Betsy noch auf ein Eis ein. Eine Kugel (scup) ist so groß wie 3-4 deutsche Kugeln!
Am Abend gehe ich noch ein bischen mit Zigi raus und schreibe danach diesen Blog .

2 Kommentare 5.9.07 03:14, kommentieren

05.09.2007

Das wird das härteste Halbjahr, das ich bisher je hatte

Der Wecker klingelt heute um 6.30, was ich nun gar nicht gewohnt bin. Zuerst muss ich zu meinem Homeroom (der Raum in dem ich mich jeden Tag mit bestimmten Leuten treffe-für 8 Minuten) . Die zuständige Frau fürt mich und ein paar andere Austauschschüler herum. Ich habe schon 2 Deutsche/1 Norwegerin/1 Tschechen/ 1 Ghanesen/1 Argentinier und einen Franzosen getroffen. Auf den Korridoren gibt es regelmäßig kleinere Staus. Ein absoluter Trend scheinen im Moment Flip-Flops und Badelatschen zu sein. Man sieht immer wieder absolute Top-Kombinationen; mein Favorit ist Badelatschen+Anzughose+Krawattenhemd+Krawatte. Es laufen unglaublich viele Leute mit Krawatten herum: sowol Lehrer als auch Schüler und der Direktor trägt einen Nadelstreifenanzug (sollte man mal dem Herrn Niessen vorschlagen). Im Musikraum in dem ich Bandproben habe (die „Concert Band“ besteht aus ca. 100 Schülern) liegen bzw. stehen genug Instrumente für zwei Philharmonie Orchester herum: zB. mindestens 20 Hörner und 4 Tubas . Das Essen/ Lunch ist für Austauschschüler kostenlos. Mein Höhepunkt des Schultages war die Deutschstunde. Ich würde jedem Deutschen empfehlen, einmal an einem Deutsch-Fremdschprachenkurs teilzunehmen. Es klingt so lustig wenn ein Amerikaner versucht sich auf Deutsch vorzustellen, da merkt man erst wie unser Englisch für Amerikaner klingen muss. Der Lehrer iet sehr nett und spricht einwandfreies Deutsch mit leichtem Akzent. In meinem Deutschkurs habe ich noch einen anderen Deutschen: Kevin. Mit genau demselben habe ich nach der Schule JEDEN Tag (Mo-Fr) 2 Stunden Cross Country-Training. Das heißt :mindestens 40 Minuten quer durch die amerikanische Pampa (an Sonntagen bis zu 80 Minuten!) , danach Sit-Ups bis zum Bauchdeckenbruch und dann noch „WeightRoom“. Die Geräte in diesem Raum würde man in Deutschland nur in einem Super-Luxus-Profi-Fitnesscenter finden. Ich habe mit dem Coach ausgehandelt das ich einmal die Woche ein Training ausfallen lassen kann, da ich sonst mein ganzes Zeug für Deutschland nicht auf die Reihe bekäme (zur Erinnerung: ich komme jeden Tag um 14.45 Uhr aus der Schule und habe dann regulär noch 2 Stunden Training). Am Abend habe ich noch Crépes mit der Crépespfanne gemacht, die ich als Gastgeschenk mitgebracht habe (sie hatten voher nur eine alte,verkratzte Stahlpfanne für Crépes), bevor ich die DeutschHausaufgaben auf Englisch! beende(das würde sonst auch keinen Sinn machen).

2 Kommentare 6.9.07 03:47, kommentieren

06.09.2007

06.09.2007

Kaputt!!
Mit diesem einzigen Wort lässt sich mein jetziger Zustand beschreiben. Dazu beigetragen haben derMatheuntrricht(ich verstehe nur etwa jedes 2. Wort wegen den Fremdwörtern zB.: the “slope-intercept form“ usw. ,und außerdem habe ich einige der Themen noch gar nicht gehabt-also super Vorraussetzungen ) und vor allem das   Cross-Country-Training. Heute durften wir bei gefühlten 35°C erst mal 4km im Laufschritt zu einer steil abfallenden Straße(vorsichtig geschätzt 30° Steigung). Dann wurden mit Hütchen erst 200m bergauf und 100m auf der gleichen Ebene abgesteckt-zusammen also eine 300m-Strecke. Dann kamen die Übungen:zB.: bis zum 1. Hütchen schnell ,dann langsam um das 2. Hütchen und zurück;oder langsam zum 1. und sprinten zum 2. und zurück. Ungefähr 10-mal haben wir diese Übung in verschiedenen Varianten gemacht. Danach war ich ja schon so richtig fertig aber dann durften wir noch die 4km wieder zurück  und zwar im „Indian run“.Das heißt ,dass   4-6 Leute in einer Reihe laufen und immer der Letzte muss nach vorne sprinten. Als wir an der Schule angekommen sind ,war ich mehr tot als lebendig. Wenigstens wurde ich vom Coach und dem schnellsten Läufer gelobt. Wie der Typ den Hügel hoch „fliegt“ ,das ist unglaublich; als würde er bergab und nicht bergauf laufen.
Jetzt werde ich meine Beine erst mal schonen; ich kann sie gerade noch so spüren(immerhin fühle ich sie noch sonst könnte man meinen sie seien abgefallen).
Ansonsten machen wir heute nichts Interessantes mehr.
PS: Neuer Favorit:auf einem Fuß Badeschlappen auf anderem Turnschuh(da fragt man sich doch ob der sich im Schlaf angezogen hat).

 

9.9.07 19:31, kommentieren

Amerikanische Klischees bestätigt

Unser PE-Lehrer ist Football-Coach. Das bedeutet, dass er ,wie man vielleicht aus Filmen weiß, sehr auf Disziplien achtet(ich glaube ich werde noch viel Spaß mit ihm haben)
Beim XC-Training(Cross-Country) sollen wir heute nur 20 Minuten laufen(dafür bei gefühlten 40°C). Die Gruppe mit der ich laufe, geht aber zum Mohak um von 4-5Meter-Klippen zu springen. Ich mache nicht mit, da ich dafür einfach nicht die richtigen Sachen anhabe(beim nächsten Mal dann) Alles in Allem brauchen wir für unseren
„20 Minuten-Lauf" 1,5 Stunden.

Am Abend sind wir bei Betsy eingeladen. Allmählich verstehe ich, warum die meisten europäischen Eltern versuchen ihren Kindern Ess-Manieren beizubringen. Es ist so wiederlich wenn einem von beiden Seiten ins Ohr geschmatzt wird.

1. Klischee: Amerikanische Kinder haben im Allgemeinen keine Ess-Manieren 

Im Laufe des Gesprächs kommen wir auf die Cops.

2. Klischee: Der sicherste Platz in Amerika sind die Donut-Stände
3. Klischee: Der „Normal-Amerikaner“ hällt nicht sehr viel auf Umweltschutz
Im Laufe des Abends haben wir auch ein offenes Feuer.
4. Klischee: America+Campfire=Marshmellow

1 Kommentar 9.9.07 20:40, kommentieren


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